Klimatischer Kurzüberblick: Schottland
Schottland ist wie der Rest der Britischen Inseln durch hochozeanisches Klima, und damit durch milde, in den Highlands
auch gemäßigte Winter, und verhältnismäßig kühle Sommer geprägt.
Ganzjährig Niederschläge
In Schottland fallen zwar ganzjährig Niederschläge, am ergiebigsten und häufigsten sind sie jedoch im Herbst.
Besonders in den Monaten Mai, Juni und Juli hingegen sorgen blockierende Hochdruckgebiete
über dem Ostatlantik gelegentlich für
mehrere Tage andauernde Schönwetterphasen. Alles in allem zeigt die Jahresniederschlagssumme eine geringe Schwankung.
Die Ursache hierfür liegt darin, dass die meisten Niederschläge durch den Einfluss
außertropischer Tiefdruckgebiete und
deren Frontenzüge herrühren, von denen das Land mit ziemlicher Regelmäßigkeit betroffen ist.
Hinsichtlich der Jahresniederschlagssummen zeigen sich durchaus deutliche regionale Unterschiede.
Die höchsten Niederschlagsmengen fallen in den westlichen Highlands, da diese bis 1343 Meter hohen Höhenzüge sich der
Westdrift der gemäßigten Breiten in den Weg stellen und ergiebige Stauniederschläge an den Westhängen der Gebirgszüge verursachen.
Während an der Westküste Jahresniederschlagsmengen von etwa 1000 Liter pro Quadratmeter und in den
Luvlagen der Highlands sogar 2000 Liter pro Quadratmeter
gemessen werden, kommt man im Lee der Highlands
an der Ostküste auf gerade mal 500 bis 900 Liter pro Quadratmeter. Insofern können die schottischen Highlands als
eine, wenn auch nur schwach ausgeprägte, Wasserscheide betrachtet werden.
Fotos (© Björn Beyer): Ansichten Schottlands: oben links: typische Fjordlandshaft, oben rechts: Stauniederschläge in den Highlands, unten links: Schneereste im Juni auf dem Ben Nevis (1343 Meter über NN), unten rechts: die Sonne bricht durch die Wolken auf der Isle of Skye
an der Westküste

Verhältnismäßig warm für die Breitenlage
Die Temperaturen sind in Schottlands stark ozeanisch geprägt. Man beobachtet geringe Jahresgänge und auch Tagesgänge,
da sich das Wasser des Atlantiks stets dämpfend auf die Temperaturamplituden auswirkt. Die mittleren Temperaturen liegen
im Juli mit ca. 14 Grad etwa 3 Grad unter denen in München.
Im Januar werden immer noch mittlere Werte und 4 Grad gemessen.
Dadurch ergibt sich eine Jahrestemperaturamplitude von gerade mal rund 10 Grad, was verglichen mit knapp 18 Grad im
größten Teil Deutschlands sehr wenig ist.
Für die Breitenlage (etwa zwischen 55 und 60 Grad) ist das Klima in Schottland relativ warm.
Ursache für die verhältnismäßig hohen Temperaturen ist der warme Golfstrom, der vor der Atlantikküste nach Nordosten driftet.
Der maritime Einfluss sorgt im übrigen auch dafür, dass der kälteste Monat nicht der Januar, sondern der Februar ist. Analog ist
der wärmste Monat nicht der Juli, sondern der August. Der Sonnenstand ist also nicht primär für die höchsten Temperaturwerte verantwortlich, sondern
die Temperatur des Atlantiks, dessen Jahresmaximumtemperatur dem Sonnenstand aufgrund seiner Trägheit hinterherhinkt.
Foto (© Björn Beyer): Schottland, Highlands

Vorherrschend westliche Winde
Durch den ständigen Einfluss atlantischer Tiefdrucksysteme herrschen vornehmlich westliche, im Winter südwestliche
Winde in Schottland vor. Direkt an der Westküste findet man daher gelegentlich Windflüchter (schief in Windrichtung gewachsene Bäume).
Allerdings kann der Wind im Einzelfall sowohl an Stärke als auch bzgl. seiner Richtung stark schwanken.
Klima-Reisetipp
Die klimatologisch günstigste Reisezeit für Schottland sind die Monate Mai, Juni und Juli. In diesen Monaten sind
einerseits längere freundliche Phasen wahrscheinlich, andererseits liegt in den Höhenlagen nicht mehr viel Schnee, so dass
Tages-Wanderungen auf die gut besteigbaren Höhenzüge der Highlands (zB auf den Ben Nevis, dem höchsten Berg Schottlands,
auch ohne große Winterausrüstung problemlos durchführbar sind.
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