Beim letzten Mal haben wir etwas über die unteren 12 km unserer Atmosphäre erfahren.
Das ist die Schicht, in dem unser Wetter stattfindet. Dieses Mal wollen wir uns mit
einer anderen Schicht beschäftigen, die zur Erdatmosphäre gehört und die für das Leben
auf unserem Planeten sehr wichtig ist: die Ozonschicht.
Die Stratosphäre
Die nächste Schicht über der Troposphäre in der Lufthülle der Erde heißt Stratosphäre.
Sie beginnt in etwa 12 Kilometern über dem Erdboden und reicht bis etwa 50 km Höhe.
In diesen Höhen ist es ziemlich kalt. Außerdem gibt es hier nur noch sehr wenig Wasserdampf
in der Luft und deswegen findet man hier auch keine Wettererscheinungen wie in den unteren
Schichten. Trotzdem ist auch diese Schicht für unser Leben von großer Wichtigkeit. Denn
hier gibt es einen Bereich, in dem es einen bestimmten Stoff besonders häufig gibt:
das Ozon!
Das Ozon
Das Ozon ist eine chemische Verbindung aus drei Sauerstoffatomen. Die Atome sind die
winzigen Bausteine, aus denen jeder Stoff auf der Erde und im Weltall aufgebaut ist.
Unser Sauerstoff, den wir zum Atmen brauchen, ist eigentlich ein Sauerstoffmolekül,
denn er besteht aus 2 Sauerstoffatomen. Die meisten Stoffe in der Natur bestehen nicht
aus einzelnen Atomen sondern aus Molekülen, in denen sich mehrere Atome, meist
unterschiedlicher Art, verbinden. Das Wassermolekül zum Beispiel enthält 2 Wasserstoffatome
und ein Sauerstoffatom.
Im Ozon haben sich nun 3 Sauerstoffatome zusammengeschlossen. Daher besitzt das Ozon
auch ganz andere Eigenschaften als der Sauerstoff, den wir atmen. Das Ozon hat einen
ganz eigenen Geruch und ist giftig! Aber es hat auch noch eine nützliche Eigenschaft,
die wir gleich kennen lernen werden.
Abbildung: Die Lage der Ozonschicht in unserer Atmosphäre
Die Ozonschicht
Abbildung: Verschiedene Sauerstoffverbindungen
Zwischen 20 und 30 Kilometern Höhe findet man besonders viele Ozonmoleküle. Deswegen
nennt man diesen Bereich der Atmosphäre auch die Ozonschicht.
Ohne die Ozonschicht in der oberen Atmosphäre würden viele Pflanzen und Tiere sterben
und auch wir Menschen hätten mit schlimmen Krankheiten zu kämpfen. Das kommt daher,
dass das Ozon einen Teil der Sonnenstrahlung ausfiltert.
Die Sonne sendet nämlich
nicht nur wärmendes und erhellendes Licht aus sondern auch noch unsichtbare Strahlen,
die für Menschen, Tiere und Pflanzen schädlich sind! Das Ozon nimmt nun die schädlichen
Strahlen auf - man sagt es absorbiert sie - und wandelt sie in unschädliche Wärme um.
Die Ozonschicht ist so etwas wie eine große Sonnenbrille für die Erde.
Die dünne Schutzhülle der Erde
Von den riesigen Zahlen aber wieder zurück zu etwas, was wir uns besser vorstellen können. So viele
Teilchen auch in der Atmosphäre herumschwirren, sie ist im Vergleich zur Größe der Erde doch nur
eine sehr dünne Hülle, die die Erdkugel umgibt. Die Erde hat einen Durchmesser von etwa 12700
Kilometern, die Schicht, in der das Wetter stattfindet, ist aber nur rund 12 Kilometer dick. Das ist
die Entfernung eines Ausfluges mit dem Fahrrad!
Der höchste Berg der Erde ist der Mount Everest mit knapp 9000 Metern Höhe. Und die Schicht der
Atmosphäre, in der das Wetter stattfindet ist nur 3000 Meter höher! Diese unterste Schicht in der
Erdatmosphäre nennt man die Troposphäre.
Das Ozonloch
Abbildung: Ozonloch über der Antarktis
Leider kann das Ozon aber auch von verschiedenen Stoffen zerstört werden. Eine wichtige
Gruppe dieser Ozonzerstörer sind die Fluorchlorkohlenwasserstoffe - kurz FCKW. Diese
haben die Menschen jahrzentelang zum Beispiel in Spraydosen und Kühlschränken benutzt,
ohne zu wissen, dass sie dadurch die Ozonschicht zerstörten.
Erst vor 30 Jahren entdeckten
Forscher auf Satellitenbildern ein riesiges Loch in der Ozonschicht über dem Südpol.
Daraufhin haben die Politiker die schädlichen Stoffe verboten. Das Ozonloch ist jetzt
zwar immer noch da. Aber man hofft, dass sich die Ozonschicht in den nächsten Jahren
wieder erholt.
Ozon am Boden
Vielleicht hast Du an einem Sommertag im Radio schon einmal eine Ozonwarnung gehört.
Wie kann das sein? Das Ozon ist doch ein guter Stoff, der uns vor schädlichen Strahlen
schützt!?! Nun, in der Ozonschicht ist das Ozon in der Tat für die Menschen nützlich.
Aber an heißen Sommertagen entsteht Ozon auch am Erdboden. Das bildet sich, wenn
Autoabgase von Sonnenlicht beschienen werden und mit anderen Stoffen in der Luft
chemisch reagieren.
Da das Ozon giftig ist, solle man daher an Sommertagen nicht zu anstrengende Dinge
im Freien unternehmen, damit man nicht zuviel von dem Ozon einatmet. Und auch die
Pflanzen mögen das Ozon nicht und bekommen gelbe Blätter. Außerdem ist es sinnvoll,
auf Autofahrten zu verzichten, denn das Ozon ensteht ja nur wegen der vielen Autoabgase.
Nachts, wenn es dunkel ist, wird das Ozon am Erdboden übrigens wieder durch andere
chemische Reaktionen abgebaut, so dass am nächsten Morgen die Luft wieder besser ist.
Das Ozon ist also an der einen Stelle - in großer Höhe - von Nutzen für die Menschen
und an anderer Stelle - am Erdboden - schädlich für die Menschen. Aber der Mensch
hat es auch selbst in der Hand, die Ozonschicht zu schützen und die Bildung von
Ozon am Boden zu vermeiden.